Für mehr und mehr PV-Anlagen endet der 20-jährige EEG-Förderzeitraum
Immer mehr Photovoltaikanlagen erreichen die 20-Jahres-Marke – allein zum Jahreswechsel 2026 über 66.000. Mit dem Ende der EEG-Vergütung stellt sich die Frage: Lohnt sich der Weiterbetrieb? In vielen Fällen: Ja. Denn mit Stromgestehungskosten von 3–15 ct/kWh sind Altanlagen weiterhin sehr wertvoll, besonders für den Eigenverbrauch.
Option 1: Weiter einspeisen (Anschlussvergütung)
Strom kann weiter ins Netz eingespeist werden – bis 2032 ist eine Anschlussvergütung garantiert. Diese orientiert sich am Jahresmarktwert Solar (2024: nur noch 2,8–3,7 ct/kWh). Sinkt dieser weiter oder steht ein neuer Wechselrichter an, wird die Einspeisung schnell unwirtschaftlich.
Option 2: Direktvermarktung
Theoretisch möglich – praktisch für kleine Anlagen jedoch schwierig. Direktvermarkter nehmen meist erst ab ca. 25 kWp Volleinspeisung. Erlöse abzüglich Vermarktungskosten; einige Anbieter bieten Festpreis-Modelle.
Option 3: Repowering (Anlage erneuern)
Die alte Anlage abbauen und eine neue errichten – inklusive neuer EEG-Förderung. Moderne Module bringen auf gleicher Fläche teils doppelte Erträge. Kosten: 650–1.200 €/kWp. Achtung: Netzanschlusskapazität prüfen.
Option 4: Umstellung auf Eigenverbrauch (meist am sinnvollsten)
Mit Stromgestehungskosten von 3–5 ct/kWh ist der Eigenverbrauch wirtschaftlich klar vorne. Voraussetzung: Zweirichtungszähler und ggf. technische Anpassungen.
Ein Speicher kann auch bei Altanlagen sinnvoll sein, um die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen.
Praxischeck:
Viele Ü20-Anlagen liefern noch 95 % ihrer ursprünglichen Leistung. Erträge von 950–1150 kWh/kWp (Süd) bzw. 850–900 kWh/kWp (Ost/West) sind weiterhin realistisch.
Wichtig: Verschattung, Dachzustand und eine mögliche Reinigung prüfen. Vor jeder Entscheidung sollte ein Installateur die Anlage technisch durchchecken.
Nicht vergessen:
Bei Eigenverbrauch muss die Anlage im Marktstammdatenregister umgemeldet werden.
Die Inhalte basieren auf einem Vortrag von Christoph Laudenbach (LLH) zur Veranstaltung „Stromspeicherkonzepte für die Landwirtschaft“.
Quelle:
topagrar
aktuelle Unternehmer-Tipps zum Thema „Die vier Optionen für den Weiterbetrieb nach Ablauf der EEG-Förderung“ | Francksen
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Klaus Francksen
Fachmakler für Agrar-Immobilien und Geschäftsführer / Allein-Gesellschafter der FRANCKSEN Wirtschaftskontor GmbH.
Mitgliedschaften: u.a. bei:
- Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
- Deutschen Gesellschaft für Agrarrecht (DGAR).
- Deutscher Bauernverband (DBV).

