🏢 Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV)

Die Bundesregierung diskutiert eine neue Unternehmensform: die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV). Der Vorschlag kommt von der Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und dem Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.
Ziel ist eine Rechtsform für Unternehmen, die langfristig wirtschaften und Gewinne im Unternehmen halten wollen, statt sie an Eigentümer auszuschütten.
🧭 Grundprinzip der GmgV
Die zentrale Idee:
Das Unternehmensvermögen bleibt dauerhaft im Unternehmen gebunden.
Wesentliche Regeln:
| Regel | Bedeutung |
|---|---|
| Gewinne | dürfen nicht ausgeschüttet werden |
| Vermögen | bleibt dauerhaft im Unternehmen |
| Verwendung | Gewinne müssen reinvestiert werden |
| Unternehmensziel | langfristige Entwicklung statt kurzfristiger Profit |
➡ Das Unternehmen gehört also nicht primär den Gesellschaftern, sondern gewissermaßen sich selbst.
💰 Was passiert mit dem Geld der Gesellschafter?
Wenn ein Gesellschafter ausscheidet:
- er bekommt maximal sein eingebrachtes Kapital zurück
- keine Wertsteigerung wird ausgezahlt.
Beispiel:
| Einlage | Unternehmenswert später | Auszahlung |
|---|---|---|
| 100.000 € | 1 Mio. € | 100.000 € |
Die Wertsteigerung bleibt im Unternehmen.
⚖️ Was passiert bei Auflösung der Gesellschaft?
Wenn die Gesellschaft beendet wird:
- Gesellschafter erhalten nur ihre Einlagen zurück
- überschüssiges Vermögen geht
➡ entweder an ein anderes Unternehmen mit Vermögensbindung
➡ oder an den Staat.
🎯 Ziel der neuen Rechtsform
Die Idee hinter der GmgV ist:
- nachhaltiges Unternehmertum fördern
- Unternehmen vor kurzfristigen Investoren schützen
- langfristige Stabilität sichern.
Politisch soll damit ein Gegenmodell zu rein renditeorientierten Unternehmen entstehen.
📊 Vergleich mit bestehenden Rechtsformen
| Rechtsform | Gewinne | Eigentümer |
|---|---|---|
| GmbH | Ausschüttung möglich | Gesellschafter |
| AG | Dividenden | Aktionäre |
| Genossenschaft | Mitglieder profitieren | Mitglieder |
| GmgV (geplant) | keine Ausschüttung | Vermögen bleibt gebunden |
🧠 Vorbilder der Idee
Das Konzept ähnelt Modellen wie:
- Stiftungsunternehmen
- Unternehmen mit Purpose-Struktur
- „Steward Ownership“-Unternehmen.
Bekannte Beispiele in Europa:
- Bosch (Stiftungsstruktur)
- Zeiss
- einige nachhaltige Start-ups.
👨👩👧 Bedeutung für Unternehmensnachfolge
Die GmgV könnte besonders interessant sein für Unternehmer, die:
- ihr Unternehmen langfristig sichern wollen
- keinen Verkauf an Investoren wünschen
- eine stabile Unternehmensstruktur für Generationen schaffen wollen.
⚠️ Kritikpunkte
Diskutiert werden aktuell mehrere Fragen:
- fehlende Gewinnbeteiligung könnte Investoren abschrecken
- unklare steuerliche Behandlung
- Gefahr von Bürokratie.
Außerdem ist der Vorschlag noch nicht innerhalb der Regierung abgestimmt.
📌 Fazit
Die geplante Gesellschaft mit gebundenem Vermögen wäre eine völlig neue Unternehmensform in Deutschland.
Ihr Kernprinzip:
➡ Gewinne gehören dauerhaft dem Unternehmen – nicht den Eigentümern.
Ob und wann die Rechtsform tatsächlich eingeführt wird, ist derzeit noch offen.
💡 Für Unternehmer mit Familienbetrieben, Landwirtschaft oder langfristigen Immobilien-/Energieprojekten könnte dieses Modell interessant sein.
Quelle:
deutsche-handwerks-zeitung
aktuelle Unternehmer-Tipps zum Thema „Interessant für Familienbetriebe, Landwirtschaft oder Immobilien-/Energieprojekte?“ | Francksen
Inhalte mit KI erstellt oder verändert | ohne Gewähr!

Klaus Francksen
Fachmakler für Agrar-Immobilien und Geschäftsführer / Allein-Gesellschafter der FRANCKSEN Wirtschaftskontor GmbH.
Mitgliedschaften: u.a. bei:
- Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
- Deutschen Gesellschaft für Agrarrecht (DGAR).
- Deutscher Bauernverband (DBV).

