Torfersatz aus Gärresten
Im Projekt BiToP wird derzeit erprobt, wie sich dieses Verfahren praxisnah und wirtschaftlich an Biogasanlagen umsetzen lässt. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage nach torffreien Substraten und die gleichzeitige Knappheit klassischer Rohstoffe wie Holzfasern oder Kokos. Gärreste können dabei mehrere Substratbestandteile ersetzen und regional verfügbar gemacht werden – ein klarer Vorteil für Umwelt und Industrie.
Zusatzerlöse und Perspektiven nach dem EEG
Für Biogasanlagenbetreiber eröffnet sich damit ein neues Geschäftsmodell:
Die Festphase des separierten Gärrests kann an Erdenhersteller verkauft werden, während die Flüssigphase weiterhin als Dünger genutzt wird. Schon bei Beteiligung von rund 50 % der Biogasanlagen könnte rechnerisch nahezu der gesamte Substratbedarf der deutschen Erdenindustrie gedeckt werden. Perspektivisch sind langfristige Abnahmeverträge möglich – ein wichtiger Stabilitätsfaktor insbesondere für Anlagen am Ende der EEG-Laufzeit.
Darüber hinaus ergeben sich weitere Chancen, etwa durch Faserprodukte (z. B. Kartonagen) oder künftig durch Humuszertifikate. Besonders interessant ist das Modell auch für alternative Substrate wie Landschaftspflegegras, Dauerkulturen oder Paludikulturen – mit zusätzlichem Klimaeffekt durch Torfersatz und Moorrenaturierung.
Quelle:
topagrar
aktuelle Unternehmer-Tipps zum Thema „Gärreste aus Biogasanlagen können künftig Torf in der Erdenindustrie ersetzen“ | Francksen
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Klaus Francksen
Fachmakler für Agrar-Immobilien und Geschäftsführer / Allein-Gesellschafter der FRANCKSEN Wirtschaftskontor GmbH.
Mitgliedschaften: u.a. bei:
- Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
- Deutschen Gesellschaft für Agrarrecht (DGAR).
- Deutscher Bauernverband (DBV).

